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Antonio Gramsci Artikel
Antonio Gramsci (* 23.01 1891 in Ales auf Sardinien, Italien; † 27.04 1937 in Rom) war ein italienischer Schriftsteller, Politiker und Philosoph, ein Theoretiker des Sozialismus, Kommunist und Antifaschist.
Gramsci hat den Begriff Zivilgesellschaft wesentlich geprägt, den er aus der Praxis der revolutionären Bewegungen seit 1917 abgeleitet hat, er stellt eine integrative Theorie vor die das Politische und das Private (als politische Praxis, als Eigenaktivität), sowie Lernen und Lehren miteinander verbindet.
Im faschistischen Gefängnis dachte Gramsci über die Ursachen der Machtverhältnisse nach. Er meinte sie in der geistigen Vorherrschaft der Faschisten in jener Zeit zu erkennen. Sein Konzept der "kulturellen Hegemonie " wurde in der 68er Studentenbewegung wieder aufgegriffen und später von deutschen Neonazis zur Theorie der so genannten "befreiten Zonen " weiterentwickelt. Gramsci erfährt eine - bei seiner politischen Orientierung erstaunliche - Rezeption bei der französischen Neuen Rechten, bei Nationalisten und anderen Kräften, die nicht der politischen Linken zugeordnet werden können.
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Gramsci schrieb in seiner Gefangenschaft mehr als 30 Notizbücher, voll von historischen Analysen. Diese Schriften, auch bekannt als Gefängnishefte, beinhalten Gramscis Meinungen zu dem Nationalismus und der italienischen Geschichte, exakt wie einige Ideen einer kritischen Theorie und einer Theorie des Erziehens, die mit seinem Namen verbunden wird, wie der
- kulturellen Hegemonie, mit der der bürgerliche, kapitalistische Staat sich aufrechterhält. sowie
- die Notwendigkeit, dass sich die Arbeiter bilden, um auch aus der Arbeiterklasse Intellektuelle zu erschaffen
Für Gramsci ist ein Ausgangspunkt die Niederlage der Turiner Rätebewegung und der Sieg des Kapitalismus zu seiner Zeit.
Wichtige Wörter, die auf die Eigenaktivität und das Subjekt abstellen sind Selbstermächtigung, Selbstfindung, Selbstverfügung und Selbsterziehung mit den Adjektiven solidarisch, gesellschaftlich und emanzipatorisch. Das Selbst wird aber hier nicht als ein direkter Weg zur Erkenntnis auf Grund der Erfahrung, sondern als ein gespaltenes, plurales Gebilde gesehen, der Alltagsverstand als eine wirr zusammgensetzer, mit Elementen des Aberglaubens neben der Wissenschaft.
Seine Texte entbehren auf den ersten Blick nicht einer gewissen Häßlichkeit, aber man muss ihnen zugute halten, das Gramsci hier in der Einsamkeit des Gefägnisses versucht seinen Intellekt zu behalten - weiters kann man anhand der Texte lernen, wie das Denken an sich entwickelt wird, und wie man sich auch unter widrigen Umständen "Denkmittel" verschaffen kann. Er nähert sich vielen Themen stets wieder kursorisch an.
Mit der kulturellen Hegemonie - den Begriff hat Gramsci in dem Sinne Lenins in die marxistische Theorie eingeführt - entwickelte er eine genaue Erklärung, warum die in dem orthodoxen Marxismus "unausweichliche" Revolution des Proletariats weder in Italien noch in Deutschland stattfand. Der Sozialismus hat nicht ca. eine Niederlage erlitten, es schien, dass der Kapitalismus in der Zeit des Fordismus auch noch gestärkt worden wäre. Der Kapitalismus, so Gramsci, erhalte die Macht nicht ca. durch Gewalt und politische und ökonomische Zwänge, sondern auch ideologisch, durch eine hegemoniale Kultur, in welcher die Werte der Bourgeoisie allgemeingültige Ideologie Aller würden.
Folglich stellte sich für Gramsci als politische Hauptaufgabe der Gewinn der "kulturellen Hegemonie" durch die Partei als "kollektiven Intellektuellen", die "Übersetzung" der (marxistischen) Philosophie in Alltagsbewußtsein und ihre Bestätigung als "Philosophie der Praxis": Ausgangspunkte für die Überwindung des Stalinismus durch den auch der Demokratie verpflichten Eurokommunismus.
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- Erziehung und Bildung. herausgegeben von Andreas Merkens. Argument-Verlag, Hamburg 2004
- Il materialismo storico e la filosofia di Benedetto Croce. 3. edition, Ed. Riunti, Roma 1996
- Philosophie der Praxis. Eine Auswahl, herausgegeben und übersetzt von Christian Riechers. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1967
- Gefängnishefte. Herausgegeben von Klaus Bochmann und Wolfgang Fritz Haug. Hamburg/Berlin 1991ff
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